Sitzungsbericht vom 18.05.2015

Interessierte Zuhörer am Grabungsgebiet

 

 

 

 

Wertvolle archäologische Bestandaufnahme in Allkofen

Ortstermin mit großem Interesse – Rad der Geschichte um 6.000 Jahre zurückgedreht

 

Am frühen Montagabend dieser Woche hatte Bürgermeister Johann Grau vor Beginn der Gemeinderatssitzung zu einem Ortstermin bei den Grabungsflächen im künftigen Baugebiet „Erweiterung Schuhberg“ in Allkofen geladen. Zu diesem Termin kamen auch viele interessierte Einwohner von Allkofen. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister erläuterte Kreisarchäologe Dr.Husty den archäologischen Befund dieser Ausgrabungen und Funde, die bis 4.000 Jahre vor Christus zurückführen. Schon damals erkannten die Siedler den besonderen Wert der Grundstückslage, den auch jetzt die Gemeinde wieder für eine Bebauung vorgesehen hat.

Das Denkmalschutzgesetz verpflichtet die Gemeinde zur Sicherung der Bodendenkmäler und vor einer Erschließung und Bebauung des Gebiets ist dieses archäologisch auszuwerten ehe die Baufreigabe erfolgen kann. Erkennbar waren die Funde schon in weniger als einem halben Meter Tiefe unter der Bodenkrumme und dunkle Verfärbungen des Bodens gaben bereits Hinweise auf die frühe Siedlungstätigkeit und Gefäßscherben und Pfeilspitzen geben weitere Aufschlüsse.

Die Sitzung wurde anschließend im Rathaussaal fortgesetzt und Dr.Husty ergänzte dort seine Ausführungen und er empfahl der Gemeinde auf das Pauschalangebot der Grabungsfirma einzugehen, weil er es als besonders günstig beurteilt und zudem für die Gemeinde als feste Kostengröße kalkulierbar ist.

 

Bauleitplanung nicht behindert

 

Wortmeldungen, die auf die Umlagemöglichkeit der Kosten auf die Grundstückspreise zielen, bat Bürgermeister Grau zurückzustellen, bis nach der öffentlichen Ausschreibung der Bauleistungen konkrete Zahlen vorliegen. Ziel müsse es aber sein, bezahlbare Grundstückspreise anbieten zu können.

Der Gemeinderat beschließt den Auftrag für die archäologische Untersuchung der gemeindlichen Grundstücke im Baugebiet „Erweiterung Schuhberg – Allkofen“ der Fa. ArchDienst, Baar-Ebenhausen auf der Grundlage des Angebots vom 11.05.2015 bis zu einer Auftragssumme i.H.v. 130.000 € zu erteilen.

Die Grabungsarbeiten werden die beabsichtigte Erschließung des Baugebiets im Herbst dieses Jahres nicht behindern, weil sie bis zu Jahresmitte abgeschlossen sein werden.

 

Aufgrund dieses neuen Kostenfaktors musste der eben erst beschlossene Haushaltsplan 2015 in einigen Kostenansätzen geändert werden, was der Gemeinderat mit neuen Haushaltsbeschlüssen billigte.

 

Ausgleichsflächen notwendig

 

Für das bezeichnete Baugebiet sind ökologische Ausgleichsflächen vorzuhalten, die jetzt in einer mit der Naturschutzbehörde abgestimmten Form in den Bebauungsplan aufgenommen werden. Dabei handelt es sich um im Eigentum der Gemeinde stehende und nur kurzfristig verpachtete Ackerflächen im Bereich von Obergraßlfing an der Kreisstraße. Dort ist die Anlage von Streuobstwiesen und Hecken vorgesehen.

Der Bebauungsplan kann jetzt in die öffentliche Auslegung gehen und evtl. noch vor der Sommerpause die Rechtskraft erlangen.

 

Für zwei Bauvorhaben im Baugebiet „Erweiterung Laberfeld“ und der Einbeziehungssatzung „Laberweinting-West“ gab der Gemeinderat seine Zustimmung zur Befreiung von Festsetzungen hinsichtlich, Dachneigung und Wandhöhe.

 

Neues TSF-W

 

Für viele Zuhörer im bis auf den letzten Platz belegten Sitzungssaal war aber der folgende Tagesordnungspunkt von besonderer Wichtigkeit, nämlich die Auftragsvergabe für die Lieferugn eines neuen Feuerwehrfahrzeugs TSF-W für die Feuerwehr Grafentraubach. Bürgermeister Grau bedankte sich bei den verantwortlichen der Feuerwehr, die mit besonderer Gründlichkeit bei der Erarbeitung des Leistungsverzeichnisses und der Auswertung der eingegangenen Angebote mitgearbeitet haben. Der Gemeinderat vergab den Auftrag für die Lieferung des 145.000 €-Fahrzeugs an die Fa.Ziegler, Mühlau. Nach Abzug des staatlichen Zuschusses wird die Gemeinde immer noch knapp 110.000 € zu tragen haben.

 

Im weiteren Verlauf der öffentlichen Sitzung ging es u.a. um Maßnahmen zur Gehwegsicherung vor allem im Bereich des Schulweges entlang der Straubinger Straße. Dort werden vermehrt die Gehwegflächen als Ausweichmöglichkeit durch Transportfahrzeuge benutzt und damit die Sicherheit der Fußgänger erheblich beeinträchtigt.

 

Die nächste Sitzung des Gemeinderats ist am 22.06.2015

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