Informationen zur geplanten Stromtrasse "Südostlink" im Bereich Laberweinting, Auszug aus der gemeindlichen Stellungnahme gegen die Stromtrasse

Auszug aus der Stellungnahme der Gemeinde gegen die geplante Stromtrasse,

an Bundesnetzagentur, Bonn 

 

 

Stellungnahme zur geplanten Höchstspannungsleitung Wolmirstedt – Isar Vorhaben 5, Abschnitt D

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Gemeinde Laberweinting nimmt wie folgt Stellung zur im Betreff genannten Maßnahme.

 

 

  1. Stellungnahme zum Vorschlagskorridor (Abschnitt D, Bereich 098, 100b1)

 

Die Errichtung der geplanten Höchstspannungsleitung auf dieser Trasse wird entschieden abgelehnt.

 

Durch den Trassenverlauf würde der geplante Entwicklungsbereich unseres Hauptortes Laberweinting in Richtung Westen massiv eingeschränkt.

 

 

Auch die Entwicklung des Ortes Grafentraubach nach Osten wäre nicht möglich.

 

Die teilweise Überlagerung des Vorschlagskorridors mit dem Vorranggebiet für Lehm LE 28 Hofkirchen ist hoch problematisch.

Hier regelt der Regionalplan in Ziel B IV 1.1.2: "In den Vorranggebieten für Bodenschätze ist bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen der Sicherung und der Gewinnung von Bodenschätzen der Vorrang gegenüber anderen Nutzungsansprüchen einzuräumen". Eine Führung des SuedOstLink, die mit dem genannten Ziel der Raumordnung in Einklang steht, ist aus hiesiger Sicht nur dann möglich, wenn der konkrete Trassenverlauf inkl. Schutzstreifen außerhalb des Vorranggebietes liegen wird.

Die möglichen Abbaugebiete von Bodenschätzen sind zu schützen und dürfen nicht von der Stromtrasse gequert werden.

 

Im Bereich des Vorschlagskorridors liegen auch bereits Planungen für einen Solarpark vor (siehe beiliegenden Lageplan). Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am 08.07.2019 einen Aufstellungsbeschluss für die Bauleitplanung „Sondergebiet, Solarpark Reichermühle, Meindl II“ fassen.

 

Auch im weiteren Verlauf dieser Trasse liegen weitere, bereits im Landesentwicklungsprogramm aufgenommene Vorrangflächen, für den Abbau von Bodenschätzen (Lehm- und Kies).

 

Der Vorschlagskorridor verläuft im Bereich von zwei Vorbehaltsgebieten für raumbedeutsame Windkraftanlagen (Gebiet 62a Allkofen-Ost und 62b Obergraßlfing). Hier regelt der Regionalplan in Grundsatz B III 2.4: "In den (...) Vorbehaltsgebieten für Windkraftanlagen hat die Nutzung der Windenergie in der Abwägung mit anderen Nutzungsansprüchen ein besonderes Gewicht". Der

Vorschlagskorridor wird von diesen Festlegungen vollständig überlagert.

 

 

 

  1. Stellungnahme zum Alternativkorridor (Abschnitt D, Bereich 100c)

 

Die Errichtung der geplanten Höchstspannungsleitung auf dieser Trasse wird ebenfalls entschieden abgelehnt.

 

Der Trassenverlauf führt zwischen Pullach und Eitting durch ein Waldgebiet. Insbesondere in Waldgebieten wäre die Einschränkung aufgrund der zukünftigen

 

Anbauverbote besonders gravierend für die Grundstückseigentümer.

Es ist daher unumgänglich, Waldgebiete nicht durch die Verlegung der Höchststromleitung zu durchschneiden.

 

Durch den Trassenverlauf würde der geplante Entwicklungsbereich unseres Hauptortes Laberweinting in Richtung Osten massiv eingeschränkt.

 

Es ist seit Jahren geplant, den Ort Laberweinting sowohl im Gewerbe- und Wohngebietsbereich als auch im Friedhofsbereich nach Osten zu entwickeln.

 

Eine Ausführung der Trasse 100c in unmittelbaren Anschluss an den Ort Laberweinting ist daher nicht möglich.

 

Im Bereich Hofkirchen sind im Trassenbereich die Sportanlagen, eine Biogasanlage, eine PV-Freiflächenanlage, ein Schweinemastbetrieb und ein größerer Gewerbebetrieb (Betonwerk) angesiedelt.

Derzeit läuft die Bauleitplanung (Aufstellungsbeschluss im Jahr 2018) für die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes. Eine Einschränkung der möglichen Entwicklungsflächen für dieses Gewerbegebiet ist keinesfalls möglich.

 

Der Entwicklungsbereich der Orte Osterham, Hofkirchen und Haimelkofen nach Osten darf keinesfalls beeinträchtigt werden.

 

 

 

  1. Stellungnahme zum Alternativkorridor (Abschnitt D, Bereich 099b, 100a)

 

Dieser Vorschlagskorridor  ist zwischen den Ortschaften Untergrasslfing und Allkofen geplant. Von diesen Orten ist der größtmögliche Abstand einzuhalten.

 

Der Vorschlagskorridor verläuft im Bereich von zwei Vorbehaltsgebieten für raumbedeutsame Windkraftanlagen (Gebiet 62a Allkofen-Ost und 62b Obergraßlfing). Hier regelt der Regionalplan in Grundsatz B III 2.4: "In den (...) Vorbehaltsgebieten für Windkraftanlagen hat die Nutzung der Windenergie in der Abwägung mit anderen Nutzungsansprüchen ein besonderes Gewicht". Der Vorschlagskorridor wird von diesen zeichnerischen Festlegungen vollständig überlagert.

 

Ansonsten ist aus Sicht der Gemeinde Laberweinting dieser Korridor am einfachsten umzusetzen und mit einer deutlich geringeren Einschränkung der Belange der Gemeinde Laberweinting verbunden.

 

 

  1. Zusammenfassung

 

Die Umsetzung der Höchststromtrasse Südostlink wird sowohl auf dem  Vorschlagskorridor (Abschnitt D, Bereich 098, 100b1) als auch auf dem Alternativkorridor (Abschnitt D, Bereich 100c) von der Gemeinde Laberweinting aus den vorstehenden Gründen abgelehnt.

 

Aus Sicht der Gemeinde Laberweinting ist es daher unumgänglich, die tatsächliche Ausführungstrasse auf den Alternativkorridor (Abschnitt D, Bereich 099b, 100a) bzw. auf die ohnehin vorhandene Hochspannungstrasse Regensburg – Ohu zu verlegen.

 

Auf diesen Korridoren (entlang der B 15 neu bzw. entlang der ohnehin vorhandenen Hochspannungstrasse) wären bei weitem keine so umfangreichen neuen Eingriffe in die Natur und Landschaft, mit den entsprechenden Umwelt und Bodenbeeinträchtigungen, zu erwarten als auf einer gänzlich neuen Trasse.

 

Sollte trotz unserer Einwendungen eine der Trassen, Variante 100b1 oder 100c zur Ausführung kommen, dürfen wie vorstehend keinesfalls die Entwicklungsbereiche des Hauptortes Laberweinting und auch der anderen Ortsteile der Gemeinde Laberweinting beeinträchtigt werden. Es ist ein Mindestabstand der Stromtrasse vom Hauptort Laberweinting von 1.000 Meter und zu den Nebenorten von 500 Meter einzuhalten.

 

Die Trassen dürfen insbesondere eine mögliche Ortsentwicklung des Hauptortes Laberweinting nach Osten und Westen nicht begrenzen.

 

Die bestehenden Vorrangflächen für den Abbau von Bodenschätzen, bestehenden und geplanten Gewerbegebietsflächen, die Waldflächen und die geplanten Flächen zur Energiegewinnung dürfen durch den Stromtrassenverlauf ebenfalls nicht beeinträchtigt werden.

 

Aus Sicht der Gemeinde Laberweinting wäre es ohnehin sinnvoll, die Stromtrasse am vorhandenem Straßen und Wegenetz bzw. vorhandenem Hochspannungsleitungsnetz zu verwirklichen.

 

Hinweis zur Entschädigung der Grundstückseigentümer.

 

Die durch die Stromtrasse geschädigten Grundstückseigentümer sind ausreichend zu entschädigen.

Die bisher genannte Entschädigungsregelungen über 3 Jahre ist nicht ausreichend, da die Erfahrung von bisherigen Leitungsverlegungen gezeigt hat, dass durch die Schädigung des Oberbodens und insbesondere auch des Unterbodens nachhaltig und langfristig die Bodenstruktur und die Wasserhaltung der Böden gestört ist. Diese Störung bewirkt, dass auch nach vielen Jahren erkennbar ist, wo die Leitungen verlegt wurden und wo der Boden verändert wurde. Diese Bodenveränderungen bewirken auch nach vielen Jahren noch Ernteausfälle. Dies dürfte insbesondere bei der Verlegung der Höchstspannungsleitung der Fall sein, da hier zusätzlich noch eine Temperaturveränderung des Bodens zu erwarten ist.

Aus Sicht der Gemeinde Laberweinting ist es zumindest erforderlich für eine Dauer von 10 bis 15 Jahre den entsprechenden Ernteausfall zu ersetzen.

Da es sich bei den im Gemeindebereich Laberweinting, durch die Stromtrasse betroffenen Böden, um Böden höchster Bonität handelt, müsste hier eine gesonderte Entschädigungsregelung (1 Cent je m² auf unbegrenzte Zeit) getroffen werden!

 

 

Allgemeine Anmerkung

 

Aus Sicht der Gemeinde Laberweinting sind die bisher veranschlagten (genannten) Kosten für die Stromtrasse mit 50 Mrd. Euro untragbar hoch.

Es besteht die Gefahr, dass dieses Geld für den regionalen Ausbau der Stromnetze bzw. für die Erstellung, Förderung der dezentralen Stromversorgung fehlt.

Eine Umlage dieser hohen Baukosten auf die Allgemeinheit würde die Bürger mit untragbar hohen Netzentgelten belasten.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Johann Grau

Erster Bürgermeister

 

 

 

 

Unter folgenden Links können Informationen zur Stromtrasse "Südostlink" eingesehen werden:

 

Informationen zu TenneT, Südostlink: 

https://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/suedostlink/

 

Karteninformationen mit Hinweismöglichkeit:

https://gis.arcadis.nl/age_prod/SuedOstLink/Map

 

 

 

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