Ortsbeschreibung Laberweinting

Wer durch den ausgedehnten Gemeindebereich von Laberweinting fährt, kann sich kaum vorstellen, dass in den Dörfern und Weilern noch vor rund 200 Jahren vier Schlösser gestanden haben sollen. Heute künden nur noch die Kirchen und die Geschichtsforscher von der wechselvollen feudalen Vergangenheit der Siedlungen Laberweinting, Grafentraubach, Eitting, Allkofen und Osterham. Die Spuren der Geschichte, wie sie Ludwig Bernhardt in den zwanziger Jahren anhand von Urkunden und Gerichtsakten detailliert aufgezeichnet hat, führen zurück ins 8. Jahrhundert, wenn nicht gar zu den Römern, die möglicherweise in Eitting einen Handelsplatz gehabt haben. Aus den uralten Schriftstücken geht hervor, dass Güter in „Weinting“ um 1280 zum Besitz des Hochstifts Regensburg gehörten. Die frühesten historischen Nachweise beziehen sich jedoch auf den Ort Druhpah, das heutige Grafentraubach.

 

Schlösser als Zeugen der Vergangenheit

Im Jahre 776, so ist in Urkunden aus dem Kloster St. Emmeram, Regensburg, zu lesen, hat der Priester Horcolf dort eine Kirche, einen Hof, ein Haus, fünf Hörige, zwei Diener, drei Dienerinnen, zudem Schafe, Rinder, Äcker, Wiesen und Wälder besessen, die er dem Kloster übergab. Der alte Name Outingun (Eitting) taucht 901 in einer Kaufurkunde erstmals auf. Um 1100 entstand dort ein Frauenkloster für die Nonnen des Benediktinerordens. Von der Pfarrei Hofkirchen mit der Filialkirche Weichs weiß man, dass sie bereits 1143 dem Regensburger Domkapitel inkorporiert wurde. Aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind mehrere Herrscherfamilien bekannt: Laberweinting war ein Edelsitz der Herren von Achdorf, in Grafentraubach saßen erst die Traubacher und ab 1361 die mächtigen Chamerauer. Haugoltspach, das heutige Habelsbach, gehörte zum Besitz der Grafen von Kirchberg, und im fürstbischöflichen Schloss zu Eitting residierte ein Kastellan oder Burgvogt als der Stellvertreter der Bischöfe von Regensburg.

 

Über die Jahrhunderte wechselten ständig die Grundherren. Adel und Klerus verschenkten, verpfändeten, verliehen und verloren ihre Güter; einige große Geschlechter starben aus, andere erbten ganze Landstriche. Sichtbare Zeichen der Macht waren die „wohlgemauerten“ Schlösser Laberweinting, Grafentraubach, Eitting und Habelsbach, die auf alten Kupferstichen wehrhaft im weichen Hügelland stehen. Von den prächtigen Bauten ist kaum mehr etwas erhalten. Nur in Grafentraubach steht das Schloss noch in seiner ursprünglichen Form und wartet auf die notwendige Sanierung, die vermutlich in den nächsten Jahren begonnen werden wird.

Die heutige Gemeinde Laberweinting ist in zwei Schritten – 1972 und 1978 – im Zuge der kommunalen Gebietsreform aus dem Zusammenschluss von neun ehemals selbständigen Gemeinden entstanden und besteht aus 31 Ortsteilen, die auf einer Fläche von mehr als 7.600 ha verteilt und durch ein ca. 70 km umfassendes gut ausgebautes gemeindliches Straßennetz miteinander verbunden sind. Knapp 3.500 Einwohner zählt die Gemeinde heute. Der größte Teil des Gemeindegebiets wird land- und forstwirtschaftlich genutzt und deshalb ist auch die Struktur der Gemeinde noch stark landwirtschaftlich geprägt, wenn auch in den zurückliegenden Jahren die erheblichen Veränderungen in der Landwirtschaft nicht spurlos vorübergegangen sind. Die intensive Tierhaltung hat sich auf wenige größere Betriebe verlagert und die Feldwirtschaft geht ebenfalls langsam in großflächige Bewirtschaftungsformen über.
Zahlreiche Gewerbebetriebe kleiner und mittlerer Größe, vor allem Handwerksbetriebe, haben hier ihren festen Sitz, wobei Gewerbegebiete in allen größeren Ortsteilen die Möglichkeit der Ausweitung oder Neuansiedlung von Betrieben ermöglichen.

 

Für die stetig anwachsende Bevölkerung stehen Wohnbauflächen in allen Gemeindebereichen zur Verfügung. Damit wird bewusst eine stärkere Konzentration auf den Hauptort verzichtet und auf eine konstante Weiterentwicklung aller Gemeindebereiche geachtet. Nicht zuletzt haben mit dieser Politik auch die heimatbewussten jungen Leute die Möglichkeit in ihrer angestammten Heimat bleiben zu können.

 

Möglich sind diese Entwicklungen aber nur mit einer modernen Infrastruktur. Mit gut ausgebauten gemeindlichen Straßen ist eine schnelle Anbindung an die überregionalen Verkehrswege gegeben: 15 Minuten zur BAB München-Deggendorf, 20 Minuten zur BAB Passau-Nürnberg, 45 Minuten zum Flughafen München.

 

Der Hauptort Laberweinting liegt an der Bahnlinie Neufahrn – Straubing mit Anschlussmöglichkeit zu den ICE-Strecken.

Staatsstraße als Entwicklungshemmnis

Ein großer Nachteil für die Entwicklung stellt aber die Staatsstraße 2142 dar, die sich im Vergleich zu den anderen Verkehrswegen als rückständig einstufen lässt. Es gibt in Bayern wohl keinen Straßenzug mehr mit einer vergleichbaren Verkehrsdichte und an dem rund 20.000 Bürgerinnen und Bürger angebunden sind, der sich in engen Kurven durch die Orte schlängelt und so erhebliches Verkehrshemmnis darstellt. Hier wäre der Freistaat gefordert, seinen Aufgaben im Bereich des Straßenbaus nachzukommen.

 

Zur zeitgemäßen gemeindlichen Infrastruktur gehören zwei vollbiologische Kläranlagen mit einem Kanalnetz, an das inzwischen nahezu mehr als 80 % der Bevölkerung angeschlossen sind. Auch für dieses Jahr wurde bereits wieder ein Auftrag für 1,2 Mill. DM zur Kanalisation vergeben und für zwei weitere kleinere Orte liegt die Planung, die in den nächsten Jahren realisiert werden wird, schon vor.

Eine zweizügige Grundschule und Teilhauptschule I (Klassen 5 und 6) mit ca. 240 Schülerinnen und Schülern befindet sich am Hauptort, die rückläufigen Geburtenzahlen der letzten Jahre und die Einführung der sechsstufigen Realschule stellen jedoch den Fortbestand der Teilhauptschule I mittelfristig in Frage.

 

Weiterführende Schulen in den Nachbargemeinden sind schnell mit Bussen und Bahnlinien erreichbar.

 

Die Grundversorgung der Bevölkerung ist in allen größeren Orten weitgehend noch mit Metzgereien, Bäckereien, Lebensmittelgeschäften und Gasthöfen sichergestellt. Die ärztliche Versorgung gewährleisten eine allgemeinärztliche Gemeinschaftspraxis und ein zahnärztliche Praxis in Laberweinting. Das Kreiskrankenhaus befindet sich in der Nachbargemeinde in unmittelbarer Nähe.

 

Eine liebens- und lebenswerte Gemeinde

Mehr als 90 Vereine und Verbände tragen zu einem blühenden Gemeinschaftswesen in der Gemeinde bei.

 

Zu den gemeindlichen Einrichtungen gehören neben der Verwaltung und Schule die bereits erwähnten modernen Kläranlagen, außerdem zwei Friedhöfe und ein Wertstoffhof.

 

Der gemeindliche Bauhof ist zweckentsprechend ausgestattet, jedoch immer an der Zusammenarbeit mit Privatfirmen orientiert, d.h. es werden praktisch alle Facharbeiten an Firmen vergeben, die eigene Arbeit wird auf den Straßendienst, Grünflächen- und Friedhofspflege reduziert.

 

Zehn Ortsfeuerwehren – ein Relikt aus den Zeiten vor Beginn der kommunalen Gebietsreform - sorgen für den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz. Modern ausgestattet mit insgesamt fünf Fahrzeugen und Atemschutzausrüstung sorgen sie nicht nur für die Sicherheit, sondern sind ein wichtiger gesellschaftlicher Bestandteil gerade in den kleineren ehemals selbständigen Ortsteilen.

 

Der Erholungswert der Gemeinde liegt in seinen ruhigen und schmucken Dörfern, ferner stehen das Naherholungsgebiet Hart und der Labertalradweg sowie zahlreiche Sportanlagen zur Verfügung.

 

Mit der Errichtung des neuen Rathauses 1996/97in Laberweinting wurde ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde gesetzt. Mit diesem Bau wurde der Verwaltung die Möglichkeit gegeben, ihre Arbeit in gesunden und freundlichen Räumen zu verrichten. Zudem erleichterte es die Ausrichtung der Gemeindeverwaltung als Dienstleistungsbetrieb im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger.

 

Eine strenge Haushaltsdisziplin sichert dem Gemeinderat seit Jahren einen großen finanziellen Spielraum für Investitionen.

 

Neben der Abwasserbeseitigung stehen in den nächsten Jahren der Umbau der Turnhalle in eine Mehrzweckhalle, der Neubau eines Einsatzzentrums (Malteser und Feuerwehr) in Grafentraubach, die Neugestaltung der gemeindlichen Friedhöfe, behutsame Ortsverschönerungen und Baugebietausweisungen an.

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