Großes Interesse an Windparkplanung

 

Rund 200 Interessierte fanden sich am Mittwoch im Waldgasthof Hart zur Präsentation der Windparkplanung in der Gemeinde Laberweinting ein. Bürgermeister Grau durfte von dem Projektierer, der Primus Energie aus Regensburg, die Herren Scharf und Gerber, von der Bürgerenergie Niederbayern die Herren Hujberund Ostermaier sowie Frau Höllerer und von den Bayerischen Staatsforsten Herrn Fuchs begrüßen. Zu Beginn stellte der Herr Scharf die Planung des Windparks vor. Diese sieht vor, dass in der Maximalplanung bis zu sieben Windräder im Bereich des Waldgebiets um das Bachlertal/Neuhofen/Asbach errichtet werden könnten. Jede einzelne Anlage würde über eine Leistung von über 6 Megawatt verfügen und hätte eine Höhe von 250 Metern (Rotorspitze). Die Nabenhöhe betrüge etwa 160 Meter. Mit den geschätzt erzeugten 100 Mio. Kilowattstunden Strom könnten rechnerisch ungefähr 28.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Die Abstände bis zu den nächsten Bebauungen würden in allen Fällen über 1.000 Meter betragen. Die Gemeinde Laberweinting könnte mit Gewerbesteuereinnahmen und 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde Strom rechnen.

 

Der Gemeinde ist es ein wichtiges Anliegen, dass für die Bürger eine echte Beteiligungsmöglichkeit angeboten wird. Aus diesem Grund stellte Herr Hujber die Genossenschaft Bürgerenergie Niederbayern vor. Mitglied in dieser Genossenschaft können alle Bürger aber auch juristische Personen werden. Mit der Mitgliedschaft ist der Erwerb eines Geschäftsanteils zu 500 € verbunden. Weitere Geschäftsanteile, derzeit bis gesamt 20.000 Euro, können zur Finanzierung neuer Projekte wie die Windräder, erworben werden. Als Mitglied der Genossenschaft ist man an allen Projekten der Genossenschaft beteiligt, ohne zeitliche Befristung. Für Laberweinting ist geplant, dass – vorausgesetzt ausreichend Interesse und Geldmittel – die Bürgerenergie ein bis zwei Windräder nach dem Bau übernimmt. Die Gewinne aus den Anlagen werden dann als Dividende an die Genossen ausgeschüttet.

 

Nach den Vorträgen hatten alle Anwesenden die Möglichkeit Fragen zu stellen. Bei der Frage nach dem anfallenden Infraschall und mögliche Auswirkungen auf Mensch und Tier konnte Herr Scharf Entwarnung geben, da die Studien hierzu eindeutig sind, dass keine schädlichen Auswirkungen zu befürchten sind. Ob denn in Bayern und insbesondere in unserer Gegend überhaupt Windkraftanlagen wirtschaftlich zu betreiben sind, konnte der anwesende Josef Gold von der Firma GSW aus Kirchroth aus eigener Erfahrung bejahen. Auf die Frage was nach 20 Jahren Betrieb passiert gab Herr Scharf Auskunft, dass dann entweder ein Rückbau oder bei Vorliegen der technischen Voraussetzungen ein Weiterbetrieb um bis zu weiteren maximal zehn Jahren möglich ist. Nach spätestens 30 Jahren muss das Windrad definitiv abgebaut werden. Hierfür wird bereits zu Projektbeginn eine Rückbaubürgschaft beim Landratsamt hinterlegt. Aus dem Publikum kam auch noch die Frage auf, warum manche Windkraftanlagen häufiger stehen, obwohl der Wind weht. Dies kann aus Gründen der Netzstabilität erfolgen oder auch wenn die Anlagen gewartet werden.

Zum Thema Schattenschlag oder auch der Frage, ob die Windräder hörbar seien erklärte Herr Scharf, dass dies bei über 1.000 Metern Entfernung nicht mehr gegeben sein wird. Dies konnte auch Herr Gold bestätigen. Es kann erforderlich sein, dass ein eigenes Umspannwerk für das Projekt gebaut werden muss. Der Vorteil hierbei wäre jedoch, dass bei Absprache mit anderen Bauvorhaben in der Nähe, wie zum Beispiel bereits in der Planung stehenden Freiflächen-PV-Anlagen, Synergieeffekte erzielt werden könnten. Am Schluss gab Herr Scharf noch Auskunft, dass der erzeugte Strom vor allem für die Gewinnung von Wasserstoff eingesetzt wird. Der Vorteil hierbei ist, dass wenn die Windkraftanlage Strom erzeugt, dieser aber im Moment nicht benötigt wird (z.B. nachts), zum Zwecke der Wasserstoffgewinnung eingesetzt werden kann.

 

Am Schluss bedankte sich Bürgermeister Grau bei den anwesenden Experten und Referenten sowie bei allen Interessierten für die offene und sehr konstruktive Diskussion und beendete nach etwa drei Stunden den offiziellen Teil. Die gezeigten Präsentationen stehen auf der Gemeindehomepage zum Download bereit.

 

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